Montag, 15. Juni 2009

Deutsche Geschichte im Ausland

Aus gegebenem Anlass nun mal ein ernstes Thema das mich irgendwie ziemlich bewegt hat.
Ich hab heute Abend mit meiner Familie am Tisch gesessen und mich unterhalten. Dabei sind wir über verschiedene Themen schießlich zum Nationalsozialismus gekommen.

Ich finde es ist ein seltsames Gefühl wenn irgendetwas, womit man sich sonst nur über die Nachrichten, politische Debatten oder Schulstoff auseinandersetzt plötzlich für einen selbst relevant wird.
Als ich mich mit der Frage, wie ich mich mit dem Nationalsozialsimus und dem 2. Weltkrieg auseinandersetze konfrontiert sah, war ich zuallerst ratlos.
Natürlich haben wir das in der Schule xmal durchgekaut aber irgendwie war es damals Schulstoff und Meinungen damals hatten keinen Einfluss.
Jetzt sitzen vor mir 3 Ecuadorianer ,die in keinster weise eine ähnlliche Erziehung erfahren haben, und sie wahrscheinlich auch nicht nachvollziehen können
Sie haben schließlich nie in Buchenwald gestanden und sich so bedrückt gefühlt wie wir alle in der 12. Klasse in Weimar...
Ich fand bis zu diesem Moment dass sich die deutsche Gesellschaft mehr als ausreichend mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzt.
Aber reicht es aus, wenn wir nur uns selbst immer wieder einhämmern, dass wir uns unserer Geschichte und Schuld bewusst sein müssen?
Ist es nicht viel wichtiger, dass Menschen aus anderen Ländern einen Wandel in Deutschland begreifen und nachvollziehen können ?
Sollten wir uns vielleicht nicht nur darauf konzentrieren, wie wir uns selbst sehen, sondern auch wie uns andere sehen.
Wir haben eine schlimme Vergangenheit, ja, aber ist es nicht langsam Zeit das wir zeigen, dass man eine neue Generation ist, die mit ihrer deutschen Vergangenheit umgehen kann statt nur noch ein größeres, noch ein abstrakteres Denkmal zu bauen?
Nur wie zeigt man das;
bei einer WM Flaggen schwenkend und feiernd ?
Ganz sicher nicht.
Eine elitäre Gesellschaft von Politikern, ein Kniefall in Warschau?
Eine bedeutsame Geste, aber trotzdem nur eine Geste.

Ich finde, es ist wichtiger, dass wenn immer wir die Möglichkeit haben, zu zeigen dass wir uns erholt haben, eine neue Zukunftsgewandte aufgeklärte Generation sind.
Wir haben nie Krieg geführt, wir haben nie jemanden verfolgt, aber wir werden nie vergessen.

Dienstag, 14. April 2009

Arbeit, Wohnen, Kultur und Leben

Also hier kommt mal wieder ein Update, ich denke der Titel spricht für sich
Ich fange an mit Arbeit und Wohnen und denke, dass ich einfach mal einen typischen Werktag beschreibe:
Ich wache ziemlich genau mit der Sonne um 6:30, entweder zu den sanften Klängen der idyllischen Autoalarmanlagen in meinem Viertel oder aber mit einem schnöden Handywecker auf (leider nicht mehr zu der Musik meines Handys, das weckt jetzt den Dieb).
Ich räkele mich, mach die Augen nochmal kurz zu, um danach aufzusteh'n und die Morgentoilette durchzuführen. Danach stolpere ich die Treppe runter grüße meine beiden Gastschwestern, die wie immer todschick in ihren Schuluniformen (ich dachte lange Zeit es wären ordinäre Jogginganzüge) bereits auf den Schulbus warten (der holt die Schüler zuhause ab). Meine Gastmutter steht meistens dann schon in der Küche und kocht das Mittagessen. Ich wünsche ihr einen guten Morgen und stelle den Teekessel auf den Herd, um mir einen Instantkaffe zu machen,- ja richtig in einem kaffeeexportierenden Land gibt's so gut wie keinen richtigen Kaffee, macht Sinn oder?
Den Kaffee "genieße" ich mit einer Schüssel Zuckaritas = Kellogs Frosties.
Danach verlasse ich als letzter das Haus so gegen 6:55, um meinen halbstündigen Fußmarsch zur Schule anzutreten.
Dieser führt mich zuerst durch mein amerikanisch anmutendes Vorstadtviertel an zwei Sicherheitskontrollen vorbei. Wenn ich die Casales Buenaventura (so heißt die Siedlung) verlassen habe, wird es südamerikanischer, lauter kleine Tante Emma Läden, Liquorias, Betonmühlen, Schreinereien ,Mini-Restaurants und Autoreparaturen säumen meinen Weg.
Alles ist unglaublich schmutzig, aber ich hab' mich einfach in dieses spezielle Flair verliebt.
Die Straße, die ich dann entlang laufe, ist zum größten Teil geteert, nur Teile des Gehwegs fehlen.
Dann biege ich in den, wie ich es nenne, Bauernhofbezirk ein. Hier ist nichts geteert, die Grundstücke haben meistens einen Garten, in welchem Mais wächst. Die Leute die hier leben sind meistens um einiges ärmer, zudem liegen verschiedene größere Betriebe nebenan (Groß heißt 10 Mitarbeiter statt 2). Auf dieser Straße finde ich dann auch mehrere weidende Kühe vor, ab und zu eine Ziege, Hühner und vor allem jede Menge Straßenköter; wer jetzt aber denkt, das Panorama würde irgendwie nach Alm anmuten, irrt gewaltig, wir sind immer noch in Quito und es ist immer noch dicht besiedelt. Die Tiere weiden am Straßenrand und auf den wenig freien grünen Fleckchen.

Nach 15 min komm ich dann wieder auf eine geteerte Straße das ganze wiederholt sich, nur in dem Teil liegen die meisten Schreinereien und die Gemüseläden, wo ich mir dann oft gesalzene Mangos oder grüne Kokosnüsse kaufe.
Nach weiteren 8 min komme ich dann in der Schule an werde vom Hausmeister/Koch/ Kioskmann freundlich begrüßt, hier treffe ich auch meine Gastmutter Azalea wieder, sie ist die Direktorin der Ele (Grundschule). Überschwängliches Begrüßen ist hier extrem wichtig, alle Lehrerinnen kriegen Küsschen mit den 3 Lehrern ist das kumpelhafter, Handschlag und ein kurzer Schwank über die überragenden Leistungen von Liga de Quito im Copa Liberatores (Champions League von Südamerika) und los gehts.
Ich geh' dann in die 7. Klasse, meine Kollegin Lily ist meistens etwas spät, deshalb fange ich schon an, mich mit den Kids zu unterhalten und die Hausaufgaben zu kontrollieren.
Wenn Lily dann da ist bin für das Anschreiben an die Tafel, die Aussprache der Kinder und alles was gemalt werden muss (hier wird alles gemalt) zuständig.
Irgendwann trudelt dann auch Bastian ein, und ab und zu haben wir unsere Klassen komplett alleine.
Zum Unterricht muss man sagen, dass es einfach nicht derselbe Unterricht wie in Europa ist. Die Kinder stehen auf, unterhalten sich, krabbeln auf dem Boden rum.
Ich hab eine Zeit lang versucht, mich auf deutsche Art durchzusetzen, mit Strenge, das funktioniert aber nur mit stoischer Beharrlichkeit und dann auch nur bei einzelnen Kindern.
Mittlerweile nehme ich es gelassener und wenns doch mal laut wird, dann wird mit Handzeichen, die alle Kinder nachahmen, für Ruhe gesorgt.
An die Kinder kommt man ziemlich leicht mit Geschichten von andern Ländern, religiösen Sachen auf Englisch (Religion ist hier viel wichtiger) oder Dragonball ran.
Um 10:10 oder 10:40 ist dann Frühstückspause, ich setzte mich mit Basti in die Küche und wir essen Cimbolitos, Sandwiches, Tostadas oder Chaulafan. Darauf geh ich später nochmal ein.
Danach gehts, wie gehabt, weiter bis 13:20 dann ist Schulschluss.
Das heißt raus ans Tor und die Kinder verabschieden. Danach gehts den Weg wieder nach Hause.
Angekommen gibts Mittagessen, kalt, weil von Mutti morgends vorbereitet, meistens Seco de Pollo mit Reis und Bohnen oder Linsen, oder auch mal Spaghetti mit Thunfisch.
Dann geh' ich meistens hoch in mein Zimmer, checke meine Mails oder surfe ein bisschen, da ich mir hier ein Wlan gegönnt hab.
Wenn ich nix besseres zu tun habe, fahre ich in die Stadt, dafür gehts wieder raus, diesmal in die entgegengesetzte Richtung in die Haupstraße. Hier esse ich meistens noch ein Empanada. Busse halten hier zwar auch an Stationen, normalerweisse winkt man sie sich aber herbei. Die Dinger sind so eine Sache für sich, man muss sich ziemlich gut auskennen, um den richtigen Bus zu erkennen.Sie heißen auch nicht 925 oder 603 sondern Guadalajara, Transporsel, Ecovia, Metro, oder Calderon, um nur wenige zu nennen.
Ins Zentrum dauert es ca. eine Stunde. Quito lässt sich gut mit Offenbachs schlechteren Vierteln vergleichen, nur dreckiger. Trotzdem muss man hier als Europäer eigentlich nichts missen, es gibt Rieseneinkaufszentren, amerikanische Supermärkte und vor allem jede Menge Straßenstände. Der Verkehr ist mörderisch, Zebrastreifen exisitieren, aber nicht im Auge eines Autofahrers. In der Stadt kaufe ich meist Sachen ein, die es in Carapungo, wo ich wohne, nicht gibt, so etwa Sportsachen, Eis oder mal einen richtigen Kaffee.
Treffen tut man sich gerne in der schon beschriebenen Mariscal oder in einem der beiden größeren Parks.
In der Stadt gehe ich gerne in die Raubkopieläden, wo man für 1,50$ DVD-Filme in DVD Qualität kaufen kann. Meine Sammlung umfasst bereits 20 Filme und ich habe vor, sie auf 200 zu erweitern =).
Wenn wir nicht noch was trinken gehen, fahre ich dann wieder mit dem Bus heim.
Hier muss ich jedoch wieder ca. 30 min vor meinem Zuhause aussteigen und kann die Hauptstraße entlangwandern. Hier wimmelt es nur so von Restaurants. Ich muss unbedingt noch Bilder machen, normalerweise hängen nämlich aus den Läden Schweinhälften und aus pechschwarzem Fett werden Seco de Carne serviert.
Die Haupstraße zu überqueren hat was von Frogger spielen, mit nur einem Leben!

Zuhause unterhalt ich mich meist mit meine Gastschwestern oder guck ne DVD, surfe ein bisschen und gehe dann schlafen.

So das war ein typischer Tag.

Kommen wir nun zum nächsten Thema den Ecuadorianern, ihrem Essen und ihren Gepflogenheiten:
Der typische Ecuadorianer ist 1,68 groß, hat indigene Einflüsse und trägt entweder europäisch oder traditionell (Lederhut und jede Menge Tücher).
Er vergöttert Hähnchen und Reis ohne jede Soße. Aber eigentlich ist er recht kreativ, was Essen angeht. Snacks sind Cimbolitos( Bananenkuchen, nicht wie bei uns MIT Bananan sondern AUS Maduros, dass sind leicht süße Bananen, eingewickelt im Bananenblatt), oder Empanadas( fritierte Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen meistens Frischkäse, gibts in süß oder herzhaft). Sollte das ganze herzhaft sein gibts dazu Aji Salsa, eine Soße aus Zwiebeln, Knoblauch, Chilis und Tomate de Arbol( die Frucht ist schwer zu beschreiben, irgenwie eine perverse Kreuzung aus Tomate und Papaya, im Aussehen und Geschmack aber irgendwie auch wieder nicht). Aji wird eigentlich zu allem gegessen, was Hauptgericht ist. Und es gibt sie in gut und echt mies, da jede Familie auf ihr Originalrezept schwört.
Zum Essen gibts meistens Tostadas, eine Art Urform des Mais, als Urpopcorn zubereitet. Sieht anders aus, schmeckt auch anders, und eine Schüssel voll reicht, um den Atlantischen Ozean trocken zu legen, so sehr dehydriert das Zeug. Ich mag es aber trotzdem.
Als Hauptgericht isst man allerdings immer Fleisch, man nennt es meistens Asado (gegrillt) aber auch frito (gebraten oder frittiert) oder gekocht, wobei das "gekocht" an Vergewaltigung grenzt.
Suppen unterteilt man in Sopas ( Brühen) oder Cremas (Cremes). Brühen sind meistens mit Kartoffeln und Yuca (Palmenwurzeln, Kartoffeln sehr ähnlich, nur ein wenig klebriger) und jede Menge frischem Koriander. In die Suppe kommt traditionell Popcorn. Aufpassen muss man bei den Cremesuppen, bei denen man schon mal auf einen Hühnerfuß stoßen kann, man isst dann meistens als Europäer nicht weiter, während die Ecuadorianer neidvoll auf die Kralle starren.
Die Säfte und Desserts nimmt der Ecuadorianer pappsüß zu sich, meistens Götterspeise(Gelantina)
Besondere Spezialtät ist Cuy - Meerschweinchen- . Das isst man zu besonderen Anlässen und es wird nur gegrillt. Obwohl die Tiere größer sind als bei uns, ist nicht viel dran, sie sind aber unglaublich knusprig und schmecken wie Kaninchen. Ich habe es erst einmal gegessen und mir ist erst beim Kauen aufgefallen, dass die selstsamen Anhängsel Lunge und Leber waren, war aber sehr gut.
Allgemein habe ich hier, seitdem ich aus Versehen Kutteln gegessen habe, kein Problem mehr mit Innereien, besonders die argentinisch angehauchten Lebergerichte sind ziemlich lecker.
Mein persönliches Lieblingsessen ist jedoch Chaulafan, scharf angebratener Reis mit Gemüse, Shrimps und Hühnchen.
Zu einem guten Essen darf ein Pilsener nicht fehlen, ein Bier mit viel Kohlensäure und mit Maiszusatz.
Der Ecuadorianer an sich ist stolz, fussballverrückt und guckt nicht nur Copa Liberatores und die primero division (1.Liga Ecuadors), sondern Premiere League, Champions League, spanische Primero Division und sogar Bundesliga.
Viel lieber kickt er aber selbst auf einem der 10000000000000 Fußballplätze, manchmal sogar auf welchem mit richtigem Rasen. Ansonsten ist Sport die Hauptbeschäftigung neben im Bus stehn, Volleyball, Basketball (aufgrund der Größe ziemlich peinlich).
Wenn man nicht im Bus steht oder isst oder Fußball spielt, beleidigt man eine andere Region Ecaudors und deren Bewohner, in Quito meistens Leute von der Küste, die man Monos (Affen) nennt.
Sollte einem das doch mal langweilig werden, geht man aus, hört Reggeaton und trinkt Aguadiente, eine Art Ouzo, oder Zhumir, etwas, was entfernt an Berentzen erinnert.
Eine weitere Besonderheit ist Cannelazo, heißer Fruchtsaft mit Zimt und Aguadiente, für mich die Inkarnation von Kopfschmerz. Den gibt es nur stilecht aus der Plastikflasche mit Strohhalm und der modischen aus amerikanischen Filmen bekannten Papiertüte drum. Trinken in der Öffenlichkeit ist nämlich verboten.
Beim Ausgehen muss man jedoch etwas Wichtiges beachten. Sollte man mit jemandem anbandeln, sollte man sie besser heiraten, bevor man nur im Traum daran denkt, sie nach Hause zu bringen, sonst ist man ganz schnell die Schande der Nachbarschaft. Überhaupt ist es hier nicht ungewöhnlich, dass auch Ehepaare in getrennten Betten schlafen.
Das eröffnet dem gewieften Ecuadorianer natürlich ganz neue Geschäftszweige, allen voran Motels. Wem das zu teuer ist geht einfach in den Park, was da so abgeht tztztzt....
So mit dieser kleinen Anekdote entlasse ich euch und hoffe, ich habe es geschafft, dass ihr euch jetzt vorstellen könnt, wie ich hier lebe.

Grüße nach Hause, Peace und ciao

Freitag, 27. Februar 2009

ja, er lebt noch !

So ich weiß ich schreibe zu wenig, aber ihr könnt euch sicherlich vorstellen dass hier auch viel passiert und ich deshalb wenig Zeit habe um zu schreiben.

Aber ich werd jetzt mal so gut wie möglich versuchen, alles zusammenzufassen und auf ein paar Sachen näher einzugehen und kann jetzt auch endlich Bilder hochladen!!!!

1.
Zuerst zu meinem Projekt, das war zuerst echt enttäschend weil ich quasi die erste Woche in dem Computerraum gefangen war, und diese alten Krücken repariert habe.
Dagegen konnte ich mich jedoch erfolgreich wehren und arbeite seitdem mit Basti zusammen als Englischlehrer. Das macht eigentlich wirklich Spass, es war nur die ersten Wochen noch sehr chaotisch, da der Stundenplan noch nicht feststand. Jetzt unterrichten wir seit 2 Wochen die 2. und 3. Klassen. Allerdings ist das Arbeiten mit den 2. auch eher unbefriedigend, wir lehren seit 2 Wochen Zahlen von 1-5 =)....
Ansonsten sind die andern Lehrer echt extrem nett, wir machen Lehrer-Basketballturniere( auf ecuadorianische Körbe^^ 2,20m Höhe DunkIns Baby!!!) und werden ständig zum Essen eingeladen. Wir sind jetzt auch ingesamt 6 Voluntäre: 2 Schweizer, 2 Deutsche und 2 Dänen, und so, wie ich das sehe, verstehen wir uns super (Faggots^^). So, die Cam hatte ich in der Schule noch net dabei, deshalb gibts davon noch keine Bilder.

2.
So nächstes Thema, das ganze Gefeiere, dazu kann ich sagen es kommt nicht zu knapp...und billig ist es.
Unser Stammlokal bietet z.B. den >Liter< !!!! Long-Island-Ice-Tea für 3,50$ an.
Alternativ dazu gehen wir ins Mongo's, um uns so richtig den Paansen voll zu schlagen, für 12$ All you can eat/drink (alkoholische Getränke included) mit feinsten mongolischen Essen. Man kann sich die rohen Zutaten aussuchen und die werden vor deinen Augen auf einem großen Schild gegrillt. Echt Geil !




Ansonsten ist auch noch ne Bierbar mit eigenem Zapfhahn am Tisch und All you can Drink für 5 Dollar ganz nett.
Soweit zum Vorglühn, danach gehts meistens ins Wiener's tanzen, wo Cocktails und Frauen billig sind (Scherz, also nicht bei den Cocktails). Da läuft meistens ne Mischung aus Salsa, Merengue, Reggaeton und europäischem Electro.
Außerdem trifft man hier auch auf die anderen Voluntäre, die schon seit einem halben Jahr hier sind. Wir tanzen hier echt viel, und es macht echt voll Bock, zumal man sich nicht ganz so hölzern vorkommt wie in Kuba, da Ecuadorianer nicht ganz so congenial tanzen können, aber schon gut.
Ach so, was ich vergessen habe, alle genannten Lokalitäten befinden sich in der Mariscal, dem Partybezirk von Quito.
Das einzige, was nervt, ist, dass ich so weit außerhalb wohne und immer 3-5 Dollar fürs Taxi zahlen muss. So Far So Good zum Feiern in Quito, nun folgt der 3. Streich, das Reisen.

3.
Bis jetzt waren wir in Papallacta, Banos( hab keinen Nerv das "Enne" rauszusuchen) und Montanita.
Papallacta war ein Tagesaussflug zu den heißen Quellen, das war ganz OK nur für den Preis nicht vertretbar...




In Banos waren wir über ein normales Wochenende.
Dieser Ort wir das Tor zum Dschungel genannt, es ist in der Nähe zu den Amazonas-Quellen und die Natur ist echt unbeschreiblich schön. Wir waren Raften, sind mit Hot-Rods durch die Pampa gedüst und haben Wasserfälle besichtigt.
Überschattet wurde das ganze allerdings von meiner, durch die heißen Quellen zugezogenen, Grippe, Moskitos mit knuffiger Malaria und meiner ständigen Todesangst vor Penisfischen (besonders beim Raften^^). Feiern ging da auch ganz gut, es war allerdings nichts besonders Erwähnenswertes dabei.

Kommen wir nun zum geilsten Urlaub:
Montanita, Bitches !!!!!
Montanita ist hart im Süden an der Küste und gilt als einer der besten Surfspots in Südamerika. Es eigentlich ein recht kleiner Ort und echt traumhaft.
Die Häuser sind fast alle aus Holz und Bambus gebaut und überall rennen Aussteiger und Surfer rum, verkaufen Schmuck, sitzen am Straßenrand zusammen, spielen Gitarre und singen.
Und der Straaaaaaand, extrem pulvriger Sand, hohe Wellen und pralle Sonne.
Nur die Strömung ist echt gefährlich, man kann nicht zu weit raus, sonst wird man rausgezogen und kann nicht mehr an Land schwimmen.
Dadurch, dass wir über das Carnevalwochende da waren, war extrem viel los, wir hatten Problem, noch ein Hostal zu finden, deshalb haben wir dann alle in einem Zimmer geschlafen.
Das Essen war ebenfalls göttlich: Muschelstände an den Straßenränder, Huevitos (kleine frittierte und gezuckerte Teigbällchen), frisches ganzes Obst ( Mangos, Kokosnüsse, Maracujas, Ananas und noch so vieles mehr), überall Camarones (Shrimps) und dann noch Ceviche, eine Fischspeise mit Zwiebeln, Paprika und Tomaten in Limettensoße. Als Frühstück gabs die langersehnte Butter und Marmelade (habe beides, seitdem ich aus Zellhausen weg bin, nicht mehr gegessen), Eier, Früchte, Melonensaft und richtigen Kaffee!

Abends war es auch extrem geil, wir waren in Clubs mit Live Musik (richtige gute Rock Classics) und danach Tanzen, Tanzen, Tanzen.
Wir haben sogar ein kleines Lokal gefunden, in dem Ecuadorianer auf Deutsch geflucht haben, Seed lief und Deutschlandfahnen hingen =).
Am letzen Abend waren wir in einer Disco am Strand, haben getanzt, sind danach nacktbaden gegangen, wieder in den Club und dann später an den Strand mit ner Flasche Rum und da bis in die Morgenstunden gesessen.
Danach recht übermüdet auf die 13 stündige Heimfahrt, während der ich nicht eine Minute schlafen konnte, um fünf Uhr morgens ankommen und quasi direkt wieder ins Projekt ... herrlich!












So jetzt bin ich wieder hier in Quito und konnte erstmal feststellen, dass ich mein Budget doch ein wenig überzogen habe, deshalb wird es nächsten Monat wohl eher weniger Reiseberichte geben....

Ich hoffe, ich konnte ihnen heute zeigen, dass gute Biokost nicht zwangsläufig teuer oder schwer sein muss und ihre Neugier für einige Zeit zufrieden stellen...

Jan

Donnerstag, 22. Januar 2009

Ankunft in Quito

So jetzt kommt hier der erste wirklich interessante Bericht: Quito, Die Erste

Wir sind vom Flughafen von Gina, der Direktorin von VASE, das heißt .... irgendwas....

abgeholt worden und haben jetzt hier seit 2 Tagen Camp. Lasst mich eins sagen: Quito ist der Wahnsinn. Nicht besonders warm, immer so zwischen 15-17°C, aber der Ausblick.... der helle Wahnsinn, die Stadt erstreckt sich zwischen 2 Bergen und ist riesig. Der eine ist 5500 m hoch (wir liegen auf 2800m)

Das Lied hierfür ist „Hymn“ von „Barcley James Harvest“

Von Berlin nach Quito

5:30 und ca. 20 min Schlaf später muss ich schon wieder raus, Sachen packen. Ich stolpere über meine Klamotten, versuch, ne Kippe zu rauchen und muss fast kotzen.

10 min Später treffen wir uns dann beim Frühstück. Ich bin scheißnervös, krieg kaum nen Bissen runter. Dann fahren wir los, zum Flughafen. So langsam geht’s wieder, werd wieder ruhiger.

Einchecken, Boarden und dann sitz ich schon im Flugzeug. Den Start erlebe ich schon gar nicht mehr, ich bin sofort eingeschlafen. Aufgewacht bin ich erst, als wir dann in Madrid aufgeschlagen sind. Ich wusste nicht, dass wir gerade gelandet sind und dachte es wär ein Flügel abgebrochen oder so....

Naja, jetzt sitze ich im Flugzeug nach Quito und wir sind gerade mitten über dem Atlantik. Ich komme mir vor, wie in einem Pestkrankenaus, überall um mich herum wird nur gehustet und geröchelt. Und wie klein diese Ecuadorianer sind. Der größte, den ich bis jetzt im Flugzeug gesehen habe, war 5-10 cm kleiner als ich. Jetzt bin ich nicht mehr nervös, nur noch aufgeregt, was mich jetzt wohl gleich erwartet. Wir fliegen noch ca. 8 Stunden und ich lege mich jetzt nochmal pennen.

Ach ja, das Lied für den Post ist „Chochise“ von „Audioslave“


Seminar in Berlin Teil 2

So, ich kombiniere jetzt noch mal meine letzten Tage.

Das Seminar war geprägt von vielen, langatmigen und ergebnislosen Diskussionen über das Böse in der Welt und sowas halt. Ich heb jetzt nur besondere Meilensteine hervor, nämlich das Welthandel-Spiel und die Fishbone Diskussion. Beim ersten hat jeder eine Rolle zugeteilt bekommen und war entweder Japan, Frankreich, Togo, Kongo, Brasilien, Indien, die UN oder die Weltbank. Ziel des Spiels war, soviel Geld wie möglich zu haben, die UN war zum Streitschlichten da, und die Weltbank tauschte die produzierten Güter (geometrische, aus Papier hergestellten Formen mit verschiedenen Werten).

Der Kniff war, dass jedes Land unterschiedlich ausgestattet war. Wir (Frankreich) hatten alle möglichen Produktionsmittel ( Schere 2x, Lineal, Zirkel, Stift 2x), aber nur begrenzte Rohstoffe (Papier). Also mussten wir nun handeln mit Ländern, die reich an Rohstoffen waren. Im Laufe des Spiels wurde deutlich, dass wir als Frankreich noch mehr zu tun hatten, zum einen waren wir mit Japan die treibende Kraft in der UN (sprich wir mussten alles zahlen) 2. hatten wir als Industrienation auch besseres technisches Know-How und konnten neu entdeckte Rohstoffe nutzen.

Außerdem bekamen wir Geld von Togo.

Also haben wir (Frankreich) natürlich perfekt abgeschnitten und mit 74.304 Euro das Spiel gewonnen.

Soweit mein persönliches Highlight vom Pflichtteil.

Am letzten Tag haben wir ne kleine Abschlussfeier gemacht( ES GAB FLEISCH !!!!!)

Oh An der Stelle sollte ich dazu sagen, dass das Seminar aufgrund der Meinung unserer Organisation vegetarisch ist. Nichtsdestotrotz war das vegetarische Essen geil, aber Fleisch ist halt doch einfach geiler.

Der Abend hat ganz lustig angefangen. Ivan hat sich ein Liederbuch gekauft und so ham wir zuerst gechillt zusammengesessen und gesungen, dann sind wir aber in den großen Raum gegangen und ham gefeiert, was das Zeug hält. Verdammt viel gesoffen und verdammt viel geraucht, aber verdammt Mann, das hab ich wieder gebraucht, um Mal das Bo zu zitieren.

Ich weiß aber noch wie ich um 5 Uhr morgends Hähnenschenkel frittiert hab. Und die verdammt geil geschmeckt haben. Der nächste Morgen war allerdings recht hart. Keine Zigaretten mehr (bei fast 10 Rauchern) also war die Stimmung dementsprechend schlecht.

Abschlusseinheit gemacht, geputzt, Abschiedsfoto und ab gings.

Der passende Song ist, naja mach ichs mal nicht so kreativ „Verdammt Mann“ von „5 Sterne Deluxe“


So jetzt sitze ich hier gerade im Mercure Hotel am Airport in Berlin, und es sind die letzten Stunden vor dem Abflug. Uwe und Philipp sind auch hier, weil ihr Flug gecancelt wurde. Sie fliegen morgen mit mir nach Madrid. Mir ist ein bischen mulmig und ich bin hundemüde. Trotzdem werde ich gleich noch die Gelegenheit nutzen, um mich in die Wanne zu legen. Werde dabei wahrscheinlich sterben, aber bin wenigstens gechillt. Also bin ich dann mal weg.....

Seminar in Berlin Teil 1

So, ich melde mich hier aus Berlin, besser gesagt Großraum Berlin, besser gesagt total am Arsch der Heide, und dann auch noch im Wald.

Wir konnten die Entfernung zur Zivilisation an unserem abnehmenden Handynetz messen, als wir hierher gefahren sind.

Ansonsten ist aber das Seminar echt geil, lauter lustige Menschen, wie schon beim letzten Mal

Mein Projekt hab ich jetzt auch schon erfahren, ich bin mit Basti in einer Schule in oder um Quito herum. Die Schule wurde von einer Schweizer Familie gegründet und geleitet und so wie es im Moment aussieht, sind wir auch bei denen untergebracht. Ein riesiger Vorteil ist, dass wir mit den Rückkehrern zusammen Seminar haben, von denen 3 Leute frisch aus Ecuador zurück kommen.

Mit denen hab ich mich jetzt auch schon öfter unterhalten und was die so erzählen, lässt echt Gutes erhoffen. Eine nette Anekdote hat mir Paves, einer von den Ecuadorianern, erzählt. Er hatte nach 3 Wochen 3 daumengroße Parasiten im Magen, mit drolligen Fühlern und Beißern.

Ein anderer von denen war, wie der Zufall so will, zur gleichen Zeit in Cuba wie Eva und ich.

Der junge Mann heißt Frida und hat mit Paves zusammen in einer Klinik gearbeitet, der Stern hat sogar einen Artikel über die beiden herausgebracht.

Ach ja ich habe jetzt auch von einem Hondurasrückkehrer erfahren, warum das alles gecancelt wurde. Ein belgischer Freiwilliger und ein deutscher Diplomat wurden wohl in einem relativ kurzen Zeitraum erschossen.

So als Titelmusik kommt ein Insider des Seminars …. Das Ghostbuster Theme! Ich könnte jetzt erklären, warum, lass euch aber lieber raten….